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07.05.2008
Autor op

Gol und Varig: weitere Strategie

Gol Linhas Aéreas musste zum zweiten Mal in Folge einen Quartalverlust ausweisen. Probleme mit der Tochter Varig, sowie die hohen Treibstoffpreise konnten durch die gestiegene Nachfrage nicht aufgefangen werden. Ausgewiesen wurde ein Netto-Verlust von 3,5 Mio. Reais (2,0 Mio. Dollar). Im Vorjahreszeitraum hatte Gol einen Gewinn von 116,6 Mio. Reais (66,6 Mio. Dollar) erwirtschaft. Im 4. Quartal 2007 stand ein Minus von 24,4 Mio. Reais (13,9 Mio. Dollar) in den Büchern.



Abwärtstrend bei Gol

Gol ist nach TAM die Nummer Zwei in Brasilien. Nun soll die Flotte zum Jahresende nicht mehr 112, sondern nur noch 108 Flugzeuge umfassen. Zudem werden ältere Maschinen gegen modernere und verbrauchsärmere Boeing 737 - Next Generation ausgetauscht. Gols Abwärtstrend setzte erst seit Übernahme des ehemaligen Flag-Carriers Varig im letzten Jahr ein. Nach Jahren des Mismanagements soll dieser durch Strukturmaßnahmen wieder fit gemacht werden. Erst im März hatte Varig aufgrund der hohen Kerosinkosten drei internationale Routen gestrichen und zwei weitere sollen folgen. Gol will die Varig-Routen nach Mexiko und Europa kappen und sich ganz auf Brasilien und Südamerika konzentrieren, um hier vom stark wachsenden Luftverkehrsmarkt zu profitieren.

GOL
Maschine der GOL in Berlin/Tegel, copyright O.Wendt / Berlinspotter.de


Geschäftszahlen

Ohne die Finanzdaten der Varig hätte Gol im 1. Quartal 2008 einen Netto-Gewinn von 200,1 Mio. Reais (115 Mio. Dollar) erzielt. Im 2. Quartal soll nun die Antitrust-Genehmigung für die Übernahme der Varig eintreffen. Dann kann man die Operationen beider Airlines endgültig zusammenlegen und auf Synergieeffekte hoffen. Der Netto-Umsatz betrug 1,6 Mrd. Reais (914 Mio. Dollar) und legte im 1. Quartal 2008 um 54,3 % im Vergleich zum Vorjahr zu. Zusammen beförderten Gol und Varig 6,4 Mio. Passagiere – auch hier ein Zusatz um 21,8 %. Doch die Ausgaben im operationellen Bereich kletterten mit 77,7 % auch kräftig: auf 1,63 Mrd. Reais. Als Gründe werden die hohen Kerosinkosten sowie steigende Personalausgaben genannt.

Starkes Wachstum der Branche in Brasilien

Doch im Gegensatz zu vielen US-Airlines, können die meisten lateinamerikanischen Airlines die hohen Kerosinkosten durch eine starke Nachfrage nach Flugreisen kompensieren. Durch die prosperierende Wirtschaft können sich immer mehr Menschen Flugreisen leisten. So wuchs der Inlandsmarkt mit 11,2 % doppelt so stark, wie die übrige brasilianische Wirtschaft. Experten gehen von weiteren zweistelligen Zuwachsraten aus. Nur der Ölpreis kann dies noch ausbremsen.

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