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13.07.2007
Autor cf

Der erste Dreamliner ist fertig

Am 8. Juli (amerikanische Schreibweise: 07/08/07) feierte die 787, das neueste Modell des amerikanischen Herstellers Boeing den „Rollout“. Der Dreamliner unterscheidet sich äußerlich kaum von bisherigen Flugzeugen, ist aber vollgestopft mit technischen Neuerungen wie kein anderes Flugzeug der Jet-Ära, auch nicht der Airbus A380. Die Entwicklungszeit war rekordverdächtig kurz und in etwa einem halben Jahr soll die erste Maschine bereits an den Erstkunden, die japanische ANA ausgeliefert werden. Dass alte Flugzeuge gefährlich sein können ist bekannt, aber wie sieht es mit brandneuen aus, besonders wenn diese voll von technischen Neuerungen sind?

Neue Vorschriften sind nötig

Ein neuer Flugzeugtyp muss nach strengen Vorschriften zugelassen werden. Damit soll ein sicherer Flugbetrieb auch unter nahezu allen Umständen sichergestellt werden. Die 787 ist allerdings so revolutionär, dass sich die bestehenden Vorschriften zum Teil nicht auf sie anwenden lassen. Der Hersteller Boeing arbeitet deswegen eng mit den Behörden zusammen um neue, passendere Richtlinien zu entwickeln. Dabei kam es schon zu Verstimmungen mit der europäischen JAA, die dazu führten, dass eine Variante des Dreamliners, die 787-3, nicht in Europa zugelassen wird. Allerdings ist diese bis jetzt nur in Asien nachgefragt worden.

Die Ingenieure machen Fehler

Flugzeuge sind Hightech-Geräte. Das erste Düsenflugzeug, die De Havilland Comet aus dem Jahre 1958, bestand hauptsächlich aus dem damals revolutionären Material Aluminium. Nach einer gewissen Anzahl Starts und Landungen bildeten sich Risse im Rumpf und es kam zu einer ganzen Reihe von Abstürzen. Das Alterungsverhalten von Aluminium, das sich stark von dem anderer Metalle wie Stahl unterscheidet, war damals noch nicht ausreichend berücksichtigt worden. Heute können solche Überraschungen zum Glück mit Hilfe moderner computergestützter Berechnungen vermieden werden. Die Eigenschaften eines Flugzeuges werden heute sehr genau im Voraus berechnet. Aber auch hier passieren Fehler. Bei der Boeing 777-300ER verrechneten sich die Ingenieure und das Flugzeug verbrauchte deutlich weniger Treibstoff als angenommen. Nach den ersten Testflügen schnellten dann die Verkaufszahlen in die Höhe und der direkte Konkurrent Airbus A340-600 wurde fast gänzlich verdrängt. Ein seltenes Beispiel für einen positiven Rechenfehler.

Kohlefasern reduzieren das Gewicht

Die 787 ist das erste Verkehrsflugzeug, das hauptsächlich aus Kohlefaser-Verbund-Werkstoffen, häufig kurz als Karbon bezeichnet, hergestellt wird. Kohlefasern werden hier genau auf die Belastung abgestimmt gewebt und mit Kunststoff vergossen. Das Ergebnis ist ein hochbelastbares sehr leichtes Material. Seit vielen Jahren wird es zum Beispiel in der Formel 1 oder im Radrennsport eingesetzt. Auch Flugzeugteile werden schon recht lange aus Karbon gefertigt. Seit 1982 setzt Airbus Karbon für einzelne Teile ein. Neu ist, dass Rumpfsegmente als Ganzes aus Karbon gefertigt werden. Die einzelnen Teile des Dreamliner sind die größten jemals hergestellten Karbonteile.

Besondere Anforderungen an die Wartung

Ein weiterer großer Vorteil des neuen Materials ist, dass es nicht korrodiert wie Stahl oder Aluminium. Allerdings hat es einen besonderen Nachteil, reissen die Fasern im Inneren verliert es fast vollständig die Festigkeit, wobei äußerlich kein Schaden zu erkennen ist. Das erfordert eine besonders gründliche, aufwendige Wartung. Bisher sind weit mehr als 500 Dreamliner bestellt worden, überraschend viele von kleineren Linien. Die 787 ist für ein Langstreckenflugzeug relativ klein, bei trotzdem hervorragenden Kosten pro Passagier und Kilometer. Kleine Airlines, die bisher Probleme hatten die großen Langsteckenflieger zu füllen, wollen mit der 787 expandieren. Aus Airline-Kreisen hört man deswegen Bedenken. Es bleibt abzuwarten ob es auch den kleinen Airlines mit häufig eingeschränkten finanziellen Mitteln gelingt, eine hochwertige Wartung für den Dreamliner sicherzustellen. Auch das neuste Flugzeug ist nur so sicher wie die Airline, die es betreibt.

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