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23.10.2007
Autor mt

NASA-Studie soll eklatante Gefahren im Luftverkehr zeigen

In einem Zeitraum von vier Jahren, von 2001 bis 2005, hat das Batelle Momorial Institute im Auftrag der NASA 24000 US-Piloten zu sicherheitsrelevanten Zwischenfällen befragt. Die Ergebnisse der Studie mit dem offiziellen Namen „National Aviation Operations Monitoring Service", hält die NASA allerdings seit mehreren Jahren geheim. Jetzt soll die Raumfahrtbehörde, Presseberichten zufolge, das Institut und deren Subunternehmer aufgefordert haben, sämtliche Daten zurück zu geben und entsprechende Dateien umgehend zu löschen. Als Grund zitiert die Nachrichtenagentur AP aus einem Schreiben des stellvertretenden NASA-Direktors Thomas S. Luedtke: „Die Freigabe dieser Daten könnte das öffentliche Vertrauen in die Fluggesellschaften und die Luftfahrtindustrie, deren Piloten an dieser Umfrage teilgenommen haben, massiv beschädigen“.

Wie die Agentur unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten NASA-Mitarbeiter berichtet, seien die Ergebnisse „erschreckend“. So hätten die befragten US-Piloten doppelt so häufig über Zwischenfälle, wie Rauch und Feuer, ausgefallene Triebwerke, randalierende Passagiere, heftige Turbulenzen, Vogelschlag und Beinahe-Crashs berichtet. Interessant erscheint dabei, dass die NASA dennoch zu keinem Zeitpunkt Anlass sah, die zuständige Luftaufsichtsbehörde FAA zu benachrichtigen. Diese zeigte sich bereits 2003 bei einem Treffen überrascht, dass die Ergebnisse „dramatisch“ von den selbst erhobenen Daten abwichen.

Studienergebnisse sachlich bewerten

FAA-Sprecherin Laura Brown äußerte Zweifel an der Methodik der Studie. Auch das Deutsche Flugangst-Zentrum warnt vor einer falschen Panikmache. Grundsätzlich sollten Ergebnisse genau überprüft und sachlich bewertet werden. So ist ganz entscheidend, zu klären, in welchem Rahmen und mit welchen Fragen die NASA zu den entsprechenden Erhebungen gekommen ist. Hinzu kommt, dass die US-Raumfahrtbehörde bei den Befragten von „Piloten“ spricht und sich nicht ausschließlich auf die Verkehrsfliegerei bzw. Verkehrsflugzeugführer bezieht.

Die Gründe für den Rückruf der Studienergebnisse müssen sich, bei genauerer Betrachtung, nicht ausschließlich auf die Brisanz der darin enthaltenen Ergebnisse beziehen. Eine vierjährige Studie, die letztendlich „nur“ subjektive Erfahrungswerte einzelner widergibt, könnte die immens hohen Kosten in Frage stellen.

Steigende Flugangst angesichts der Studie ist unbegründet

In einem Punkt muss man John Krosnick, Experte von der Stanford University, der bei den Umfragetechniken der NASA-Studie geholfen hat, zustimmen: Es seien die kleinen Vorkommnisse unter der Oberfläche, die zu Katastrophen führten und die man bekämpfen müsse. Wichtig ist nach Ansicht des Deutschen Flugangst-Zentrums nun die Veröffentlichung der Daten. Denn Fliegerei bedeutet Professionalität in jeder Hinsicht. Es gibt keine „kleinen“ oder „großen“ Negativereignisse. Jeder Zwischenfall muss dokumentiert und analysiert werden. Die FAA und andere Luftaufsichtsbehörden weltweit leisten jeden Tag eine hervorragende Arbeit, um die Sicherheit und den hohen Standard verantwortungsbewusster Airlines transparenter zu gestalten. So hat das Ames Research Center der NASA auf Druck von FAA und Politikern bereits eingelenkt und zumindest angekündigt, die Umfrage im Rahmen eines Berichts Ende des Jahres zu veröffentlichen.

Die Studie wurde bereits 1997 im Auftrag des Weißen Hauses gestartet. Sie war Teil des Vorhabens der US-Regierung, innerhalb von zehn Jahren die Zahl der tödlichen Flugunfälle um 80 Prozent zu senken. Erreicht wurde ein Rückgang um 65 Prozent. Als US-Präsident George W. Bush seine ehrgeizigen Pläne für bemannte Flüge zum Mond und zum Mars bekanntgab, legte die NASA das Projekt zunächst auf Eis.

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