02.09.2008
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Untersuchungen nach Spanair Unglück schreiten voran |
Laut Aussagen der Untersuchungsbehörden, konzentriert sich die Fehlersuche bei der Flugzeugkatastrophe auf dem Madrider Flughafen Barajas weiterhin auf die Triebwerke. Beim Absturz einer McDonnell Douglas MD-82 vorletzte Woche waren 154 Menschen ums Leben gekommen. Nur 18 Passagiere überlebten den Unfall z.T. schwer verletzt.
Untersuchung der MotorenDie 18 Überlebten berichteten, dass sich das Flugzeug auf der Startbahn auffällig langsam bewegte, dennoch normal abhob und dann nach rechts abschweifte. Das beweist auch ein beim Start der Maschine etwa sieben Sekunden lang gedrehtes Video. Auch Francisco Soto, Leiter der Untersuchungskommission bestätigte die Tatsache und sprach von einer sehr sorgfältigen Prüfung der Motoren. Er betonte, dass die beschädigte Black Box und die ebenso beschädigten Daten des Flug-und Cockpit Voice Recorder wieder herzustellen seien. Diese sind inzwischen zur Prüfung an die britischen Behörden gesandt worden. Soto selbst, rechnet mit einer Auswertung binnen eines Monats.
Schubumkehr aktiviert?Nach Angaben Madrider Ermittler sei die Ursache für die Katastrophe in einem aktivierten Umkehrschub begründet. Erfahrene Piloten gaben an, dass man ein Flugzeug dennoch starten kann, wenn an einem Treibwerk die Schubumkehr aktiviert sei. Diese Absturzursache ließe den Unfall der Spanair in Madrid mit der abgestürzten Boeing 767 der österreichischen Fluglinie Air Lauda vergleichen, welche am 26. Mai 1991 wegen einer ausgelösten Schubumkehr am linken Triebwerk im Steilflug verunglückte. Damals gab man in der Begründung technisches Versagen an.
Drei Tage mit Schubumkehr?In der spanischen Presse wiederum ist zu lesen, dass die verunglückte Spanair bereits schon drei Tage mit einem abgeschalteten Umkehrschub geflogen sei. Schon am 17. August seien Techniker mit dem Problem des blockierten Umkehrschubs an einer Triebwelle beauftragt worden. Die Mechaniker entschieden damals die Metallscheibe an der Düse lediglich mit einem Draht zu befestigen, anstatt das Problem an sich zu lösen. Piloten seien informiert gewesen und darauf hingewiesen worden, bei einer Landung hauptsächlich mit den Pedalen zu bremsen, so die Aussagen der spanischen Presse.
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